Hinter den Projekten

Von Azeroth bis Linux: Warum ich seit 20 Jahren Nebu heiße

Aufnahme einer KTM mit NEBU auf dem Seitendekor und der Startnummer 104.
NEBU und 104 auf der KTM: Der Name war längst mit draußen unterwegs. Originalfoto aus meinem Motorradarchiv.
In diesem Artikel
  1. Bevor Vanilla ein Rückblick war
  2. Linux Mint, Windows XP und vier vertraute Buchstaben
  3. Tagsüber Motorrad, danach Timeline
  4. Nebu bekam Stollenreifen
  5. Heute: nebu@cthulhu
  6. 8. Oktober 2026: NEBUVERSE ist da
  7. Der Name ist geblieben

Auf meiner Website steht Dennis Hilk. Im Terminal steht nebu@cthulhu. Auf alten Motorradfotos steht NEBU auf dem Dekor. Und wenn jemand wissen möchte, woher dieser Name kommt, muss ich ungefähr zwanzig Jahre zurück: zu einem Level-60-Hexenmeister in World of Warcraft.

Der hieß Nebukatneza. Aus dem langen Charakternamen wurde irgendwann das kurze Nebu, und das blieb. Betriebssysteme und Motorräder habe ich seitdem einige gewechselt. Beim Benutzernamen bin ich erstaunlich wartungsarm.

Bevor Vanilla ein Rückblick war

Mein erster WoW-Charakter war ein Hexenmeister namens Nebukatneza. Ich spielte auf dem damaligen deutschen PvP-Server Destromath und war in der Gilde Klinge der Macht. Damals war das, was wir heute Vanilla nennen, einfach World of Warcraft. Der Name war vom biblischen König Nebukadnezar inspiriert, den man aus dem Buch Daniel kennt.

Destromath war schon beim europäischen WoW-Start im Februar 2005 dabei. Wenn ich den Namen höre, denke ich noch immer an das massive World-PvP in und um Tarrens Mühle.

Abends wurde ich sogar auf meinem Motorola RAZR V3 angerufen, um beim World-PvP zu helfen. Wenn ich gerade etwas anderes am PC machte, kündigte das Knattern der Boxen den Anruf praktischerweise schon an. Dann klingelte das Handy, und der Gildenmeister war dran. Rufbereitschaft für Azeroth, inklusive Klapphandy.

Meine Schreibweise im Spiel war Nebukatneza. Einen besonders kurzen Namen hatte ich mir damit offensichtlich nicht ausgesucht. Viele benutzten ohnehin die Kurzform Nebu, statt jedes Mal den ganzen Charakternamen auszuschreiben. So wurde aus dem Namen meines Hexenmeisters mein eigener Spitzname.

Später versuchte ich bei verschiedenen Diensten zuerst, nebu zu registrieren. Manchmal scheiterte das schon an der Mindestlänge des Benutzernamens. Dann kam wieder der längere Name zum Einsatz. Ein Level-60-Hexenmeister war offenbar ausreichend qualifiziert für Azeroth, aber vier Buchstaben waren manchen Formularen zu wenig.

Heutige Charakteransicht des Level-60-Hexenmeisters Nebukatneza mit Ausrüstung.
Nebukatneza in einer heutigen Charakteransicht. Das ist kein Screenshot aus der ursprünglichen Vanilla-Zeit. Spielgrafik: World of Warcraft, Blizzard Entertainment.

Linux Mint, Windows XP und vier vertraute Buchstaben

Linux gehörte schon lange zu meinem Alltag, bevor Cthulhu meine heutige Workstation wurde. Ich nutzte Linux Mint und hatte über längere Zeit Windows und Linux parallel als Dual-Boot eingerichtet. Linux wurde nach und nach meine Hauptumgebung.

Ein Screenshot von 2013 zeigt meinen damaligen Linux-Mint-Desktop. Darauf startet Windows XP in VirtualBox; oben rechts steht schon nebu. Die virtuelle Maschine im Bild und mein damaliger Dual-Boot sind zwei verschiedene Dinge, aber beides gehört zu dieser Phase zwischen den Systemen.

Ich mag an solchen Bildern die kleinen Details. Eine alte Oberfläche, ein vertrautes Programm, ein Benutzername in der Ecke: Da ist plötzlich wieder ein Stück Alltag, das ich längst nicht mehr so genau im Kopf hatte. Der Name musste jedenfalls keine Migration durchmachen.

Linux-Mint-Desktop von 2013 mit Windows XP in VirtualBox und nebu oben rechts.
2013: Linux Mint, Windows XP in VirtualBox und oben rechts schon nebu. Aus meinem Screenshot-Archiv.

Tagsüber Motorrad, danach Timeline

In den alten Dateien findet sich Nebu nicht nur als Benutzername. Am 1. April 2013 saß ich in Kdenlive und schnitt GoPro-Material vom Motorradfahren. Der Projektname im Fenstertitel: Nebu1Vid.kdenlive. Daneben steht HD 720p 60 fps.

Die Clips mit ihren GoPro-Dateinamen, die Videospuren und die lange Audiospur machen das ziemlich greifbar. Diese Videos waren selbst aufgenommen und selbst geschnitten. Zum Enduro- und Motocross-Hobby gehörte für mich auch die Arbeit danach am Rechner.

Kdenlive am 1. April 2013 mit dem Projekt Nebu1Vid.kdenlive, GoPro-Clips und einer mehrspurigen Timeline.
1. April 2013: Nebu1Vid.kdenlive, HD 720p mit 60 fps. GoPro-Material schneiden unter Linux.

Ein weiterer Screenshot vom 8. Oktober 2014 zeigt Sony Vegas Pro 12 unter Windows, diesmal mit nebu.veg im Titel. Auch diese Seite meines damaligen Dual-Boot-Alltags gehört dazu. Linux-Geschichte hin oder her: Mein Archiv hat noch eine Windows-Taskleiste.

Ein Blick ins Windows-Archiv: Vegas, 2014
Sony Vegas Pro 12 unter Windows mit nebu.veg, Motorradmaterial und der Datumsanzeige 8. Oktober 2014.
8. Oktober 2014: nebu.veg in Sony Vegas Pro 12 unter Windows. Das damalige Meme im Screenshot bleibt erhalten; das Datum steht unten rechts.

Heute benutze ich weiterhin gern Kdenlive. Ich kenne den Ablauf dort besser als etwa in Adobe Premiere. Wenn ich einen Schnitt machen möchte, hilft mir das mehr als die Aussicht, erst einmal ein anderes Programm zu lernen. Bei genug anderen Projekten gibt es schon ausreichend Gelegenheit, ratlos auf einen Bildschirm zu schauen.

Nebu bekam Stollenreifen

Viele Jahre habe ich meine Enduro- und Motocross-Abenteuer dokumentiert, oft mit einer GoPro. Zu meinen älteren Motorrädern gehörten eine KTM 250 SX, eine KTM 640 Adventure und KTM-690-Modelle. Der Name kam überall mit.

Auf Motorraddekoren stand NEBU, zusammen mit der Startnummer 104. Es gab Kleidung und damaligen NEBU-Merch. Und beim Motorradfahren wurde ich tatsächlich auch Nebu genannt. Der Spitzname hatte den Bildschirm längst verlassen.

Wenn ich mir das Foto der KTM mit meinem Namen ansehe, fällt mir vor allem auf, wie selbstverständlich das geworden war. Ein Name, den ich für einen Hexenmeister gewählt hatte, stand nun auf einem echten Motorrad. Der Schmutz auf dem Rest des Motorrads war ebenfalls echt.

Eine schlammbedeckte KTM 640 Adventure im Hof mit Enduro-Ausrüstung.
Die alte KTM 640 Adventure aus meinem Motorradarchiv. An einer Enduro bleibt eben nicht alles sauber.

2014 kam mein Flickr-Profil „Nebu Offiziell“ dazu. Fotos und Videos aus dieser Zeit tragen den Namen weiter. Auf meinem YouTube-Kanal findet man noch ältere Motorradproduktionen mit NebuOffiziell im Titel.

Heutige Ansicht meines YouTube-Kanals mit alten KTM- und Enduro-Videos, darunter ein Titel mit NebuOffiziell.
Ein heutiger Blick auf die alten Uploads meines YouTube-Kanals. In den Motorradvideos steckt noch „NebuOffiziell“. Die Plattformansicht selbst stammt aus 2026.

Dieser Kanal hat sich mit mir verändert. Aus den früheren Motorradvideos wurde über die Jahre der heutige Linux- und Technikkanal. Die alten Uploads erzählen trotzdem noch von der anderen Seite: draußen fahren, Material sammeln, später schneiden. Die Beschäftigung mit Technik war beim Filmen und Bearbeiten ohnehin schon dabei.

Heute: nebu@cthulhu

2026 läuft meine Hauptworkstation Cthulhu mit NixOS. Mein Terminal begrüßt mich weiterhin als nebu@cthulhu. Auf meinem Debian-13-Server Worldnode heißt der Benutzer ebenfalls nebu.

Cthulhus Fastfetch-Systemübersicht mit Benutzer nebu, Rechnername cthulhu, NixOS und dem Prompt nebu@cthulhu.
Cthulhu, 2026: NixOS, Fastfetch und nebu@cthulhu. Andere Hardware, vertrauter Benutzername.

Sogar die Startseite von dennishilk.com trägt die Zeile root@nebunix:~$ Dennis Hilk. Mein wirklicher Name und der alte Spitzname stehen dort ganz entspannt nebeneinander.

Inzwischen baue ich offene Projekte wie BoringOS und Source2Reel. Oder ich bringe DOOM auf einem Cisco-Telefon zum Laufen. Der Hexenmeister hat damit wenig zu tun, aber der Benutzername gehört noch immer zu mir.

Gaming, Linux, Motorräder, Videoschnitt und Open Source liegen in meinem Leben nicht sauber in getrennten Ordnern. Beim Durchsehen des Archivs merkt man das besonders. Zwischen den wechselnden Rechnern, Betriebssystemen, Jobs, Hobbys und Projekten tauchen dieselben vier Buchstaben auf.

8. Oktober 2026: NEBUVERSE ist da

Heute, am 8. Oktober 2026, habe ich auf Worldnode meine eigene GoToSocial-Instanz installiert und eingerichtet: NEBUVERSE. Sie läuft unter social.dennishilk.com, und der alte Name hat jetzt ein eigenes Zuhause im Fediverse: @nebu@dennishilk.com.

Warum? Ich wollte einfach mal sehen, wie das geht. Und dann ... warum nicht? Aus dem Ausprobieren ist damit ein laufender Server geworden. Nebu hat sich nach all den Jahren offenbar noch eine eigene Instanz gegönnt.

Unter der Haube steckt GoToSocial v0.22.1 auf meinem Debian-13-Server mit x86_64. nginx übernimmt den Reverse Proxy, Let’s Encrypt das HTTPS-Zertifikat; dazu kommen systemd und SQLite. Die WebFinger-Konfiguration mit getrennten Domains funktioniert: Das Profil liegt auf social.dennishilk.com, während die Adresse @nebu@dennishilk.com lautet. Öffentliche Registrierungen sind deaktiviert.

Linux, Open Source und ein Motorrad im illustrierten Banner: Das passt zu der Mischung, die mich schon lange begleitet. Mein eigener Nebu-Avatar ist ebenfalls eingerichtet. Oben sitzt sogar Nebby, mein Maskottchen von dennishilk.com, als Instanzlogo. Der gehört natürlich dazu.

Mein NEBUVERSE-Profil „Nebu · Dennis Hilk“ mit der Adresse @nebu@dennishilk.com, einem illustrierten Linux- und Motorradbanner und Nebby im Seitenkopf.
8. Oktober 2026: Mein Profil als @nebu@dennishilk.com. Oben sitzt Nebby, mein Maskottchen von dennishilk.com. Screenshot meines Profils.

Mein erster öffentlicher Vorstellungsbeitrag ist erfolgreich veröffentlicht. Auch mastodon.social hat das neue Profil gefunden und den Beitrag abgerufen. Die kleine Instanz spricht also tatsächlich mit dem restlichen Fediverse.

Mein bisheriges Konto @dennishilk@mastodon.social ist offiziell zu @nebu@dennishilk.com umgezogen. Mastodon hat die Weiterleitung bestätigt und die Übertragung der 17 Follower angestoßen, die mein altes Konto beim Umzug hatte. Die Übertragung wurde damit gestartet; dass alle 17 bereits angekommen sind, ist noch nicht bestätigt.

Mein Profil „Nebu · Dennis Hilk“ in der Mastodon-Oberfläche mit @nebu@dennishilk.com, eigenem Avatar, illustriertem Banner und der Anzeige für einen Beitrag.
8. Oktober 2026: Das neue Profil ist auch in der Mastodon-Oberfläche angekommen. Die Anzeige zählt bereits einen Beitrag. Screenshot meines Profils.

Die ersten manuellen Backups sind vorhanden. Automatische und externe Backups stehen noch auf meiner Liste. Neues Zuhause, noch ein paar Hausarbeiten.

Von Nebukatneza in Azeroth über die Motorräder und alten Videos zu Linux auf Cthulhu, dann Worldnode und jetzt NEBUVERSE: Der alte Name ist immer mitgekommen. Vier Buchstaben reichen offenbar noch immer.

Der Name ist geblieben

Ich hätte mir im Laufe der Jahre viele neue Namen geben können. Stattdessen bin ich bei dem geblieben, den Leute längst mit mir verbunden haben. Nebu ist für mich inzwischen so vertraut wie mein Benutzerverzeichnis. Nur mit etwas mehr Schlamm in der Vorgeschichte.

Wer mehr über den Menschen hinter diesen Projekten wissen möchte, findet auf meiner Über-mich-Seite die längere Geschichte. Dieser kleine Teil davon begann mit einem WoW-Charakter und begleitet mich nun seit ungefähr zwanzig Jahren.

Gleicher Benutzername. Andere Maschinen. Zwanzig Jahre später.