Kitty & Terminal

Kitty konfigurieren: Schrift, Farben, Transparenz und Bilder

Lokale Einstellungen für dein Terminal

Die Testdatei und angezeigte Bilder bleiben auf deinem Rechner. Paketdownloads benötigen Internet; offizielle Kitty-Binärpakete können auf Updates prüfen. Befehle innerhalb des Terminals haben ihre eigenen Datenwege.

In diesem Artikel
  1. Terminal und Shell auseinanderhalten
  2. Meine kurze Konfiguration lesen
  3. Eine Testdatei statt der bestehenden Datei
  4. Schrift und Nerd-Font-Symbole prüfen
  5. Transparenz braucht Unterstützung vom Desktop
  6. Ein eigenes Bild im Terminal anzeigen
  7. Änderungen übernehmen und Datenwege verstehen
  8. Konfiguration und Quellen

Ein Terminal soll angenehm lesbar sein, jeden Tag zuverlässig funktionieren und zum eigenen Desktop passen. Kitty verbindet eine lokale Textkonfiguration mit GPU-gestützter Darstellung und einem Protokoll für Bilder. Eine kleine Datei reicht, um Schrift, Hintergrund und Scrollback gezielt einzustellen.

Als Ausgangspunkt dient meine echte Kitty-Konfiguration im Gruvnode-X1-Profil. Wir beginnen mit einer separaten Testdatei. Du brauchst ein installiertes Kitty und eine grafische Linux-Sitzung; dein reguläres Terminal bleibt währenddessen offen.

Terminal und Shell auseinanderhalten

Kitty ist das Fenster, das Text und Tastatureingaben vermittelt. fish oder Bash sind die Programme darin, die Befehle interpretieren. Eine andere Kitty-Schrift ändert deshalb weder deine Login-Shell noch die Syntax deiner Skripte. Auch XMonad und Sway übernehmen andere Aufgaben: Sie verwalten Fenster beziehungsweise die Wayland-Sitzung.

Diese Trennung hilft bei der Fehlersuche. Fehlt ein Zeichen, prüfst du zuerst die Schrift. Meldet ein Befehl einen Syntaxfehler, prüfst du die Shell. Bleibt die Transparenz unter X11 aus, ist zusätzlich der Compositor relevant. Mein Gruvnode-Artikel erklärt das Zusammenspiel auf dem X1 Carbon.

Prüfe zunächst deine Kitty-Version:

kitty --version

Meine kurze Konfiguration lesen

Der folgende Ausschnitt stammt aus dem X1-Profil:

font_family JetBrains Mono
font_size 11.0
background #1d2021
foreground #ebdbb2
background_opacity 0.8
dynamic_background_opacity no
scrollback_lines 10000
enable_audio_bell no

Eine Zeile besteht aus Optionsname und Wert. Es gibt keine geschweiften Klammern oder Semikolons. Kommentare stehen auf eigenen Zeilen mit # am Anfang; bei einer Farbe gehört das # dagegen zum Farbwert.

Einstellung Wirkung
font_family Gewünschte Schriftfamilie
font_size Ausgangsgröße in Punkten
background / foreground Standardhintergrund und Standardtext
background_opacity Deckkraft des Hintergrunds von 0 bis 1
scrollback_lines Zurückgehaltene Ausgabezeilen

Mein Original definiert außerdem Cursor und Markierungsfarben. Es setzt noch keine vollständige Palette für alle ANSI-Farben. Ein Programm mit eigenen Farben kann daher anders aussehen als der Standardtext.

Eine Testdatei statt der bestehenden Datei

Lege einen Übungsordner an; falls du den Namen bereits verwendest, wähle einen anderen:

mkdir -p ~/kitty-tutorial

Speichere mit deinem Editor folgende Datei als ~/kitty-tutorial/kitty.conf. Für den ersten Durchgang bleiben wir vollständig deckend:

font_family monospace
font_size 12.0
background #1d2021
foreground #ebdbb2
cursor #ebdbb2
background_opacity 1.0
scrollback_lines 5000
enable_audio_bell no

Starte ein eigenes Fenster mit dieser Datei:

kitty --config ~/kitty-tutorial/kitty.conf

Du solltest einen dunklen Hintergrund, hellen Text und eine neue Shell sehen. Die Datei unter ~/.config/kitty/kitty.conf wird dabei nicht ersetzt. Zum Rückweg schließt du nur das Testfenster.

Schrift und Nerd-Font-Symbole prüfen

Ändere zuerst allein font_size, etwa von 12.0 auf 13.0, und starte das Testfenster erneut. Bei Bedarf kannst du eine vorhandene Konfiguration mit Strg + Umschalt + F5 neu laden. Ein Neustart des Testfensters ist für Einsteiger der klare Weg, weil einige Einstellungen erst beim Start greifen.

Für JetBrains Mono muss die passende Schrift installiert sein. Die Schriftfamilien auf deinem Rechner listet Kitty so auf:

kitty +list-fonts

Übernimm den tatsächlich angebotenen Namen. JetBrains Mono und die um zusätzliche Icons erweiterte JetBrainsMono Nerd Font sind unterschiedliche Familiennamen. Wer meine Fastfetch-Konfiguration mit ihren Symbolen übernimmt, benötigt passende Glyphen. Kästchen statt Icons sind zunächst ein Schriftproblem; ein funktionierendes Textlogo hilft beim Eingrenzen.

Transparenz braucht Unterstützung vom Desktop

Setze in der Testdatei background_opacity 0.8 und öffne ein neues Fenster. 0.8 bedeutet 80 Prozent Deckkraft. Die Schrift selbst soll lesbar bleiben; zu starke Transparenz macht besonders vor unruhigen Hintergrundbildern anstrengend.

Unter X11 braucht dieser Effekt einen Compositor, auf meinem Gruvnode-Desktop Picom. Unter Wayland gehört die Darstellung zum Compositor der Sitzung, etwa KWin oder Sway. Picom zusätzlich in einer Wayland-Sitzung zu starten ist keine passende Lösung.

Mein Profil verwendet dynamic_background_opacity no. Damit ist das dynamische Ändern der Deckkraft über Kitty-Funktionen nicht aktiviert. Für diese Übung ändern wir die Datei und starten das Testfenster neu. Auch ein Editor mit eigenem, deckendem Zellenhintergrund kann Teile der Fläche weiterhin deckend zeichnen.

Ein eigenes Bild im Terminal anzeigen

Öffne das Testfenster und führe darin den nächsten Befehl aus. Ersetze den Beispielpfad durch eine vorhandene lokale Bilddatei; Anführungszeichen schützen Leerzeichen:

kitten icat "$HOME/Bilder/mein-logo.png"

Kitty zeigt das Bild innerhalb des Terminals. Das ist eine andere Funktion als ein Desktop-Hintergrund. Zum Leeren der Bildanzeige dient:

kitten icat --clear

Fehlt das Bild, prüfe Pfad, Leserechte und ob du den Befehl tatsächlich in einem unterstützenden Terminal ausführst. SSH, Multiplexer und andere Terminalprogramme können zusätzliche Bedingungen mitbringen. Teste zunächst direkt in einem lokalen Kitty-Fenster. Der Fastfetch-Artikel baut auf genau dieser Trennung zwischen Bilddatei, Terminaldarstellung und Konfiguration auf.

Änderungen übernehmen und Datenwege verstehen

Passt die Testdatei, sichere eine vorhandene reguläre Datei vor dem Bearbeiten. Übertrage anschließend nur die gewünschten Zeilen mit deinem Editor. Kitty sucht üblicherweise unter ~/.config/kitty/kitty.conf; ein anderes XDG_CONFIG_HOME oder KITTY_CONFIG_DIRECTORY verändert den Suchort.

Die gezeigten Einstellungen lesen lokale Dateien. Das Terminal führt aber auch Netzwerkbefehle aus, wenn du sie startest. Offizielle Kitty-Binärbuilds können zudem Updates prüfen; Distributionspakete und Quellbuilds verhalten sich laut Dokumentation anders. Eine lokale Konfiguration ist deshalb ein kontrollierbarer Baustein, keine pauschale Zusicherung über jedes darin gestartete Programm.

Konfiguration und Quellen

Konfiguration und Referenzen geprüft am 8. Oktober 2026. Die Übung richtet sich an lokale Linux-Desktops; sie ersetzt keinen Test auf deiner Grafikhardware.