Picom & X11

Picom unter X11: Transparenz, Schatten und Fehler verstehen

Desktop-Darstellung auf deinem Rechner

Picom setzt lokale X11-Fenster zusammen. Das gezeigte Profil benötigt keinen Cloud-Dienst. Paketdownloads und die Programme innerhalb der Fenster haben eigene Netzverbindungen.

In diesem Artikel
  1. Window Manager und Compositor unterscheiden
  2. Mein Profil Zeile für Zeile
  3. Warum Kitty trotzdem transparent sein kann
  4. Eine separate Datei und einen einzelnen Prozess testen
  5. Schatten als einzelne Änderung ausprobieren
  6. Typische Fehler sinnvoll einordnen
  7. Quellen und lokale Datenwege

Du stellst im Terminal Transparenz ein, aber der Hintergrund bleibt deckend. Auf einem schlanken X11-Desktop fehlt dann möglicherweise der Compositor. Picom übernimmt diese zusätzliche Darstellungsschicht: Es setzt Fenster zu einem Gesamtbild zusammen und kann dabei Transparenz oder Schatten berücksichtigen.

Meine Picom-Datei im X1-Gruvnode-Profil ist bewusst klein. Dieser Artikel erklärt ihre Entscheidungen und einen kontrollierten Test. Er richtet sich an X11, zum Beispiel XMonad; für eine Sway- oder Plasma-Wayland-Sitzung brauchst du diesen Aufbau nicht.

Window Manager und Compositor unterscheiden

XMonad entscheidet, welches Fenster wo liegt und welches den Fokus hat. Picom übernimmt anschließend die Zusammensetzung der X11-Fensterflächen. Die Programme arbeiten zusammen, bleiben aber getrennte Prozesse. Ein vollständiger Desktop kann diese Aufgaben bereits in seiner eigenen Fensterverwaltung kombinieren.

Darum sollte nur ein zuständiger Compositor laufen. Starte nicht zusätzlich Picom, wenn etwa KWin in einer X11-Sitzung bereits die Darstellung übernimmt. Unter Wayland ist der Compositor Teil der Sitzung selbst. Picom ist dort kein allgemeiner Ersatz für fehlende Effekte.

Prüfe den Sitzungstyp:

printenv XDG_SESSION_TYPE

Ein leerer Wert ist noch kein Nachweis für X11. Prüfe dann, welche Sitzung du beim Login gewählt hast. Auf dem hier beschriebenen X1-Profil ist XMonad mit X11 der konkrete Bezug.

Mein Profil Zeile für Zeile

Die veröffentlichte Datei enthält:

backend = "xrender";
vsync = true;
use-damage = true;
shadow = false;
fading = false;
inactive-opacity = 1.0;
active-opacity = 1.0;
frame-opacity = 1.0;
detect-client-opacity = true;
detect-rounded-corners = true;

Die Syntax unterscheidet sich von Kitty: Zuweisungen verwenden =, Strings Anführungszeichen und jede Zeile ein Semikolon. xrender wählt einen Rendering-Backend. Andere Backends und Optionen hängen von der installierten Picom-Version ab.

Schatten und Einblendanimationen sind hier ausgeschaltet. Aktive, inaktive und Rahmenflächen erhalten keinen zusätzlichen globalen Transparenzfaktor. Damit bleibt die eigentliche Kitty-Deckkraft beim Terminal. use-damage berücksichtigt vom X-Server gemeldete Änderungen, statt grundsätzlich jede unveränderte Fläche erneut zu behandeln. Welche Kombination auf deiner GPU am besten arbeitet, muss ein realer Test zeigen.

Warum Kitty trotzdem transparent sein kann

Kitty setzt mit background_opacity seine Hintergrunddarstellung; Picom verarbeitet die entsprechende Fensterfläche. Eine Picom-Einstellung wie inactive-opacity = 0.8 würde dagegen zusätzlich ganze inaktive Fenster beeinflussen. Das kann auch Text und Bedienelemente verändern und ist ein anderer Effekt.

Beginne deshalb mit meinem Profil ohne globale Fenstertransparenz. Im Kitty-Tutorial kannst du den Terminalhintergrund separat zwischen 1.0 und 0.8 vergleichen. So erkennst du, welche Anwendung welche Entscheidung trifft.

vsync = true ist eine Vorgabe an die Darstellung, kein Versprechen gegen jedes Tearing. Backend, Treiber und Version entscheiden mit. Wenn ein Problem bleibt, notiere diese Kombination, statt beliebige Optionen aus unterschiedlichen Picom-Forks zusammenzukopieren.

Eine separate Datei und einen einzelnen Prozess testen

Prüfe zunächst die Version:

picom --version

Prüfe, ob Picom bereits läuft:

pgrep -a picom

Keine Ausgabe schließt einen anderen Compositor nicht aus. Diese Übung ist für eine X11-Sitzung vorgesehen, in der derzeit kein Compositor aktiv ist. Läuft Picom bereits automatisch, bleib beim vorhandenen Prozess und prüfe dessen Startdatei, statt eine zweite Instanz zu erzwingen.

Lege einen Übungsordner an:

mkdir -p ~/picom-tutorial

Speichere die oben gezeigte Datei als ~/picom-tutorial/picom.conf. Starte Picom im Vordergrund:

picom --config ~/picom-tutorial/picom.conf

Das Terminal bleibt belegt und zeigt mögliche Meldungen. Öffne aus einem zweiten Terminal ein Kitty-Testfenster mit reduzierter Hintergrunddeckkraft. Für den Rückweg beendest du den selbst gestarteten Picom-Prozess im ersten Terminal mit Strg + C. Deine reguläre Konfigurationsdatei wird nicht überschrieben.

Schatten als einzelne Änderung ausprobieren

Beende den Testprozess, ändere in der Übungsdatei nur shadow = false; zu shadow = true; und starte denselben Befehl erneut. Vergleiche die Darstellung an einem normalen Anwendungsfenster.

Einige Fenster benötigen später Ausschlussregeln, etwa Panels oder spezielle Popup-Flächen. Der erste Test sollte trotzdem klein bleiben. Ändere nicht zugleich Schatten, Rundungen, Blur und Backend. Je mehr Effekte gleichzeitig hinzukommen, desto schwieriger ist die Zuordnung eines Darstellungsfehlers.

Setze für den Rückweg den Schattenwert wieder auf false und beende den Testprozess. Ein Autostart gehört erst danach in die Sitzungskonfiguration. Mein Gruvnode-Profil startet Picom über den XMonad-Aufbau; kopiere nicht zusätzlich einen zweiten Start in mehrere Login-Dateien.

Typische Fehler sinnvoll einordnen

Problem Erste Prüfung
Ein anderer Compositor läuft bereits Zuständigen Sitzungsprozess ermitteln
Datei wird nicht gelesen Expliziten --config-Pfad und Semikolons prüfen
Kitty bleibt deckend Kitty-Testwert, Sitzungstyp und unterstützte Darstellung prüfen
Schwarze Flächen oder Flackern Eine Änderung zurücknehmen und Backend/Version notieren
Nach erneutem Login zwei Instanzen Autostart-Stellen auf doppelte Aufrufe prüfen

Picom sucht üblicherweise unter ~/.config/picom.conf und danach ~/.config/picom/picom.conf, abhängig von den XDG-Verzeichnissen. Ein ausdrücklich gesetzter Pfad reduziert bei der Übung diese Mehrdeutigkeit. Fehlermeldungen im Vordergrund sind hilfreicher als ein sofort im Hintergrund verschwundener Prozess.

Quellen und lokale Datenwege

Das hier gezeigte Profil setzt lokale Fensterflächen zusammen. Es analysiert keine Online-Konten und benötigt keinen Webdienst. Andere Fensterprogramme können dennoch online sein; ein Screenshot kann ihre privaten Inhalte enthalten.

Geprüfter Quellenstand: 8. Oktober 2026. Eine bestimmte Treiber-/GPU-Kombination wurde durch diesen Artikel nicht als allgemein fehlerfrei bestätigt.